Beiträge von Izir ibn Adu

    Ja, ich finde das klingt deutlich besser.

    Ich verstehe den Anreiz, einen angenehmen Lesefluss zu erzeugen und in einer tief ausgestalteten Spielwelt mag es durchaus kulturellen oder politischen Wert haben, Dinge ausschweifend zu formulieren oder vielleicht sogar zu propagandistischen Zwecken auf eine bestimmte Weise darzustellen.

    Für mich ist ein Eintrag im Lexikon, sei es Brockhaus oder Wikipedia die schnellste Möglichkeit um an eine Information heran zu kommen. Und alles was mich daran hindert, diese Information möglichst schnell zu erlangen ist, ganz trocken und unempathisch betrachtet, verlorene Zeit. Mich interessiert in dem Fall nicht wie machthungrig und expansiv das medianische Imperium war. Das kann gerne eine Geschichte aus der Perspektive der Stämme sein die seinerzeit unterdrückt wurden um den Vormarsch und die Unterwerfung anzukreiden. Halte ich auch für einen interessanten Simulationsansatz um Dinge historisch aufzuarbeiten. Man kann sowas bestimmt auch als überlieferten Stammes-Liedtext einbauen, oder aus der anderen Perspektive: das medianische Großreich brachte den Segen des Fortschritts in die Wüste. 8)

    Gerade Orte, Länder oder Gegenden mit besonders langer oder komplexer Geschichte haben als solche auch einen eigenen Wikiartikel, weil die so lang sind, dass man dann im Hauptartikel nur einen allgemeinen Abriss hinterlässt (erste Funde, erste urkundliche Erwähnung, besondere Ereignisse etc.)


    Letztlich ist es egal wie du das gliederst. Mach es am besten so wie du es für sinnvoll empfindest oder wie es für dich intuitiv am besten zu lesen wäre. Ich glaube mein Vorbild für Städte war damals México-City weil die Stadt gross genug ist um alle Interessensfelder abzudecken die in Frage kommen. Und weil die Stadt an sich wichtig genug ist, dass man damit rechnen kann, dass kaum ein Detail ausgelassen wird. Hilft dann auch Dinge zu berücksichtigen an die man ansonsten eher nicht so denkt


    Bezüglich deinem Artikel über die Antike: wenn du eine Art Lexikoneintrag machen möchtest würde ich dir raten, sehr klar, direkt und faktenbasiert (die vorhandenen Informationen nutzend) zu schreiben. Du hast eine Tendenz ausschweifend zu werden und daraus eine Geschichte zu machen. Das liest sich zwar schön, ist aber für meinen Geschmack zu weit weg von einem Text der zuvorderst Wissen vermitteln soll.

    Ich finde, das klingt doch alles schon richtig gut. Was mir aufgefallen ist, im Gegensatz zu dem was ich früher gemacht habe: Ich habe mich an realen Wikipedia Artikeln und deren Aufbau orientiert. Das half mir dabei, eine angenehme Struktur in den Text zu bekommen, der mehr an einen Lexikoneintrag erinnert…nur eine Idee, die natürlich obsolet ist, wenn du das nicht so umgesetzt haben möchtest.

    Handlung:

    Minuten, Stunden, Tage

    Die Zeit hatte schon zuvor an Bedeutung verloren und jeder schmerzende Schritt war ein weiterer, der an dieses vage, unbestimmte Ziel führte.

    Izirs Gedanken kreisten im Tageslauf. Er brach auf, als Gelehrter des Baal. Als junger Mann. Als Zweifler an allem, was das Leben ihm vor die Füße warf. Und auch jetzt fiel es ihm schwer, nicht zu zweifeln.

    Waren überhaupt jene, die er früher kannte, noch am Leben? Würde er selbst noch irgendwo als lebender Bürger wahrgenommen werden? Wie hatte sich die Welt weiter gedreht, während er selbst im Stillstand verharrte? Nein, dies war kein Stillstand! Dies war ein langsamer, einsamer Prozess und ein göttlicher Beschluss, der das Ende dieser Entwicklung einläutete. Es gab keinen Anlass für Zweifel…

    …denn am Horizont erhoben sich erste Anzeichen von Zivilisation. Straßen, Bauwerke. Was Fezzan sein sollte, wie es damals war, sollte nicht so weit draußen beginnen. Die Stadt musste in seiner Abwesenheit unheimlich gewachsen sein.

    Wie würden die Leute auf dieses komplett zerschundene Männlein, das aus dem Nichts kam, reagieren? Gab es überhaupt noch Orte von damals die es auch heute noch gab? Vielleicht der Königspalast - der Kar Talmascha? Ehe es ein definiertes Ziel gab, trieb ihn der Durst in einen Park, denn dort sprudelte Wasser aus einem Brunnen…

    Zu den Liedern: ich finde, dass alle 4 thematisch absolut passend sind. In Hinblick auf einen Vergleich mit der marokkanische Nationalhymne empfinde ich Lied Nr. 3 als naheliegendste Option. Nr. 1 hat nicht das pompöse und große orchestrale und dieses nationale Stärkegefühl, das man von einer Nationalhymne eventuell erwarten würde. Aber in Hinblick auf die Ausgestaltung einer MN kann man sich auch überlegen, ob man den Hintergedanken einer Nationalhymne so aufnehmen möchte wie in der Realität. Ich denke nicht, dass man das unbedingt muss.

    Ich mag alle 4 Versionen! Nr. 4 erinnert mich in Teilen an griechischer Wein (mein Kopf macht Dinge) und mein definitiver Favorit ist Nr. 2, weil ich denke, dass er die Essenz von Targa am besten erfasst.

    Handlung:

    Kontemplation und Frieden
    Einigkeit in Geist und Körper
    Askese, Ruhe, Meditation

    Was einst ein Pfad ohne Ziel war, hat einen Sinn erhalten.
    Was vor fast dreißig Jahren begann, war eine Pilgerreise in die Wüste,
    um sich selbst zu finden, um einen Sinn zu finden.

    Und als der Geist reif war, erhob er sich aus dem zugigen Loch, das für eine Ewigkeit seine Heimat war, gezeichnet von den Prüfungen die Sonne und Wind auf seiner Haut hinterließen. War es eine Eingebung? Oder war der Geist vernebelt von Schwäche und Hunger? In jenem Augenblick hatte das innere Auge nur ein Bild vor sich – Fezzan.


    So erhoben sich die müden Knochen. Die schneeweißen Roben waren an Gelenken und Nähten zerschlissen, teilweise gerissen, vom Wüstensand in ein sanftes, gräuliches Gelb verfärbt. Wo einst Sandalen waren hingen notdürftige Lederlappen die mit Haaren an den Beinen gehalten wurden. Überhaupt waren Haare, als Fäden verwendet, an einigen Stellen das einzige, was die Kleidung am herunterfallen hinderte.

    …und so ging er den Weg, der ihm gezeigt war und er trat in das Licht der Sonne und verschmolz mit dem Sand…


    …Fortsetzung folgt…